
Spielzeit 2009 - MOZART!
Das große Erfolgsmusical zum 15jährigen Jubiläum
Fünfzehn Jahre sind vergangen, seitdem sich der Vorhang in der Aula des Lohner Gymnasiums zum ersten Mal für eine Produktion der Musical-AG hob. So ist es im Jubiläumsjahr 2009 an der Zeit, wieder etwas ganz Besonderes auf die Beine zu stellen. Dank einer exklusiven Genehmigung der Vereinigten Bühnen Wien in Absprache mit dem Autor, die nach langem Nachdenken über das geeignete Stück erwirkt werden konnte, ist es uns in dieser Spielzeit möglich, unserem Publikum mit „MOZART!“ eines der Hit-Musicals der letzten Jahre zu präsentieren – und zwar als erstes reines Amateurensemble überhaupt.
Aber nicht nur das faszinierende Stück mit seinen über 50 Musiknummern, aufwändigen Ensembleszenen und eindrucksvollen Solonummern macht das Unvergleichliche dieser Produktion aus, auch der dahinter stehende Arbeitsprozess ist außerordentlich. So zieht es für die Jubiläumsinszenierung, wie schon vor fünf Jahren bei „Jesus Christ Superstar“, wieder zahlreiche Ehemalige aus ganz Deutschland zurück nach Lohne und zurück in die Musical-AG. Um ihnen die Teilnahme zu ermöglichen, wurden die Proben auf zahlreiche Wochenenden verlagert. Aus diesem Grund begann die Arbeit bereits Ende 2007 während der Inszenierung des Vorjahresstücks „Sofies Welt“.
Diese ungewöhnliche Probensituation forderte von allen Akteuren ein enormes Engagement, auch, weil durch die wenige gemeinsame Probenzeit eine umfassende private Vorbereitung zu Hause nötig war. Alle Hauptrollen der Produktion „MOZART!“ sind dreifach besetzt. Dabei werden meist zwei aktive Schüler von einem Ehemaligen unterstützt. Dies ermöglicht den Jüngeren, von den „alten Hasen“ zu lernen (und umgekehrt!), und eröffnet den Ehemaligen die Möglichkeit, wieder einmal Bühnenluft zu schnuppern. „MOZART!“ fördert und fordert mit seinen äußerst anspruchsvollen Ensemblenummern und vielen Hauptcharakteren jeden einzelnen Akteur und treibt ihn zu persönlichen Bestleistungen an.
Jedoch stellt die besondere Besetzungssituation auch eine große Herausforderung im Probenprozess dar, denn sowohl im Schauspiel als auch bei der Gesangseinstudierung und in der Abstimmung mit dem Orchester müssen alle Proben dreifach stattfinden. Das erfordert ein großes Maß an Disziplin und Durchhaltevermögen, nicht nur von den Schauspielern, sondern auch vom über 40-köpfigen Orchester. Die Musiker meistern in diesem Jahr den Sprung von Rock und Pop über Klassik zu typischen Musical-Sounds und schaffen so unvergessliche musikalische Momente. Originalkompositionen von W.A. Mozart (wie das „Ave Verum corpus“ gegen Ende des zweiten Akts) auf angemessenem Niveau in die moderne Partitur von Silvester Levay einzubinden, gehört dabei zu den anspruchsvollsten Aufgaben.
Auch im Bereich Kostüme wurden weder Kosten noch Mühen gescheut. Für die weit mehr als 50 Schauspieler wurden alle Kostüme maßgeschneidert. So entstanden massenhaft Reifröcke, Kleider und unzählige Westen und Anzüge, um die Schauspieler in die Wiener Hofgesellschaft des ausgehenden 18. Jahrhunderts zu verwandeln. Dabei tragen nur die Hauptdarsteller kräftige Farben, während das Ensemble in Grautönen auftritt, um die Verlorenheit des Geschehens in der Erinnerung zu unterstreichen. Hierzu passt das Bühnenbild, das wie immer den unverzichtbaren Rahmen für die Inszenierung bildet. Es erschafft die Illusion vieler verschiedener Schauplätze in einem einzigen abstrakten Raum und ermöglicht es so dem Zuschauer, Mozart auf seinem Lebensweg zu begleiten und die Fragmenthaftigkeit der Handlung dabei nicht aus den Augen zu verlieren.